Frauenhaus in Nepal

Hier leben bis zu 120 Mädchen und Frauen, die verstoßen, misshandelt, vergewaltigt, in Bordelle verschleppt, in die Sklaverei verkauft oder Opfer von Hexenverfolgungen wurden.

In Nepal herrscht das Kastensystem, Frauen haben eine schlechte Stellung in der Gesellschaft. Doch im Frauenhaus gibt es keine Kasten, hier ist jeder Mensch so viel wert wie der andere. Für das Selbstverständnis der Frauen ist dies ungewohnt und stellt sie vor einen großen Lernprozess.

Zunächst wurden die Frauen im Frauenhaus ärztlich betreut und bekommen Unterkunft und Nahrung. In den zwei Jahren, die sie hier verbrachten, lernten sie Lesen und Schreiben. Dies vermittelt ihnen, dass sie auch ohne Ehemann einen Wert für die Gesellschaft haben.

Danach wurden sie in einer Tätigkeit ausgebildet, die ihnen eine eigenständige Existenz ermöglicht: Nähen, Weben, Kochen, biologischer Gartenanbau sind nur einige der Ausbildungsmöglichkeiten des Frauenhauses.

Nach zwei Jahren verlassen sie den Shelter wieder, um anderen Leidensgenossinnen Platz zu machen. Beim Aufbau der eigenen Existenz bleiben sie aber mit dem Frauenhaus in Kontakt, um dort weiterhin Rat einholen zu können.

Die Mädchen verbleiben im Frauenhaus, bis ihre Mütter sie selbst ernähren können oder ihre Schul-/Berufsausbildung beendet ist.

Das Frauenhaus bietet auch den Dorfbewohnern und Menschen aus der Umgebung Hilfe. So können diese ebenfalls an den Trainings teilnehmen, die der Shelter anbietet.